HILFSORGANISATIONEN - Native Projects  
   
Chanku Luta - The Red Road - Der Rote Weg
 
 
 
Mehr zu diesem Lakota - Hilfsprojekt findet Ihr unter: www.the-red-road.com
 
 

Sunka Wakan Na Wakanyeja Awicaglipi Incorporation (Lakota Horsemanship Organisation )

 
Die Sioux bzw. Lakota gelten als die besten Reiter sowie Bogenschützen. Beides ist in ihrer Tradition tief verankert. Die Arbeit und das Zusammenleben mit den Pferden, sowie das Aufleben alter traditioneller Werte sollen den jungen Indianern zur Wiederfindung ihrer eigenen Identität verhelfen.

Ziel dieser Organisation ist es, Kindern und Jugendlichen durch verschiedene Programme die Rückführung zur eigenen Kultur zu ermöglichen und sie dadurch vor Alkohol- und Drogenmissbrauch zu bewahren.
Die meisten Familien auf dem Pine Ridge Reservat sind von Alkohol, Drogen und Gewalt geprägt. Für die indianischen Kinder und Jugendlichen ist es schwer diesem Teufelskreis zu entfliehen und an eine hoffnungsvolle Zukunft zu glauben. Schulerziehung und medizinische Versorgung sind lückenhaft.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden Wendell Yellow Bull und Bam Brewer versuchen seit Jahren durch großes Engagement zusammen mit den Mitgliedern der o.g. Lakota Horsemanship den Kindern und Jugendlichen ihres Volkes zu helfen, den richtigen Weg zu finden.
 


Crazy Horse Memorial Ride
 

Ausführliche Informationen zu diesem Lakota - Youth - Project findet Ihr auf der
Homepage von Andrea Cox.

 
 
Hier, aus aktuellem Anlass ein Newsletter von Charly Juchler, den ich auf diesem Wege auch jenen Interessierten zugänglich machen möchte, welche ihn nicht abboniert haben.
Ich persönlich halte diese Zeilen für sehr aussagekräftig, da sie die aktuelle Problematik sehr klar und sachlich darstellen.
 
Lieber „Chante etan“ Interessierte und Freund,

bestimmt hast Du in diesen Tagen durch die Medien von Isabel Stadnick und ihrem Buch "Wanna Waki" gehoert oder gelesen. Ansonsten kannst du dich ueber sie bei "google" informieren.

Ich kenne Isabel Stadnick eher oberflaechlich und wie es halt so geht, durch die Meinung Dritter. Wie auch immer, mir geht es hier in diesem Newsletter nicht um die Autorin, sondern um ein Image, mit welchem wieder einmal Profit gemacht wird. Meine Hoffnung ist, dass es hier wirklich um die "Waldorf"- Schule geht und diese profitieren kann.

Nichtsdestotrotz, die "Armen Indianer" und die "Boesen Weissen", ist ein Image welches hier mit der Buchvorstellung, nebst dem persoenlichen Werdegang von Isabel Stadnick verkauft wird. Dieses Image ist einer der Hauptgruende warum diese Leute sich in ihrem Hamsterrad drehen und es schadet der Lakota-Kultur enorm.

Ja, es stimmt, die Arbeitslosigkeit, der Alkoholismus und all die negativen Strukturen die daraus erfolgen, sind eine Realitaet im Pine Ridge Reservat, das ist so.
Was mich irritiert, es macht den Anschein als waeren alle Lakota Opfer, hilflos, geplagt und geschunden?! Die Lakota waren und sind stolze Menschen, fleissig, kreativ, sozial, wuerdevoll. "Lakota" heisst in einem spirituellen Sinne "zu Hause im Herzen", sich selbst sein. Diese Aussage nimmt Bezug zu einer tiefen Philosophie und Spiritualitaet, welche im Laufe von Jahrhunderten hier in den Black Hills Realität war und ist.
Diese Philosophie hat unsere moderne, westliche Demokratie beeinflusst, wenn nicht sogar initiiert. Europaeische Intellektuelle wie Franklin und Adams haben 1776 in Zusammenarbeit mit Indigenen die amerikanische- bzw. unser aller moderne demokratische Verfassung geschrieben.
Es kann und darf nicht verneint werden, dass die amerikanische Geschichte, welche auch unsere europaeische Geschichte ist, voller Gewalt und Genozid war und in dessen Prozess die indigenen Nationen Nordamerikas fast bis zur Ausrottung zerstoert hat.
Wir leben nun aber 2009 und wenn ich wieder einmal diesen Medienhype beobachte und zuhoere, koennte man meinen „Wounded Knee“ sei letztes Jahr passiert und nicht vor 120 Jahren. Das Image vom „Armen Indianer“ und „Boesen Weissen“ funktioniert und laesst sich gut vermarkten. Die USA 2009, pumpen Millionen von Dollars in die Reservate. Wo ist dieses Geld?
Warum kann man nicht auf Positivem bauen!?
Die Lakota mit welchen ich zum Teil bereits seit 20 Jahren zusammenarbeite im Kultur-Reisen-, und Lakota-Kunstgeschaeft, sind keine Alkoholiker und Sozialhilfeempfaenger. Es sind traditionelle Menschen, welche als Kuenstler, Heiler, Bison- und Pferdezuechter, Lehrer, Anwaelte, Schriftsteller, Philosophen, Biologen, Parkranger, Musiker, etc. ihre Kultur aufrecht erhalten.
Diese Leute gehen auch in Schwitzhuetten, sind Sonnentaenzer und sprechen zum Teil ihre Lakota-Sprache fliessend. Natuerlich leben viele dieser erfolgreichen Lakota nicht im Pine Ridge Reservat, sondern in den Black Hills, in Rapid City und anderswo. Aber die Black Hills und all das Land hier ist auch Lakota-Land. Das ist das Lakota-Land!
So, mein Problem: Alkoholismus und Armut = Lakota ?
Rassismus und deren ganzen haesslichen Problematik ist kein amerikanisches Phänomen, sondern ein menschliches.
Die USA als politisches System ermoeglicht heute 2009, allen Minderheiten die gleichen Rechte und Pflichten. Was man daraus macht, ist jedem selbst ueberlassen. (zum Glueck).
Natuerlich, Rechte und Pflichten werden gedehnt und gedreht und unterliegen leider oft der Macht des Geldes. Ja, es gibt hier in South Dakota viel zu tun was den Rassismus angeht, aber so auch in Zuerich und ueberall auf dieser Welt. Sogar im Pine Ridge Reservat, wo sich die Vollblut und Halbbluts gegenseitig fertig machen mit Spruechen, Neid und Schikanen.
Wie sehen die Lebensverhaeltnisse aus in der Bronx in New York, in den Vorstaedten Chicagos, Los Angeles, Berlins, Kapstadts, Neapels, San Paulos, etc., sind da auch all die „Boesen Weissen“ schuld? Schuldzuweisungen sind einfach und geschehen schnell. Die Frage der „Schuld“ muss sicherlich komplexer hinterfragt werden.
Ein guter Lakota Freund von mir, welcher 1933 im Pine Ridge Reservat geboren wurde und dort aufgewachsen ist, hat sich seinen Lakotawerten bewusst, zu einem Akademiker emporgearbeitet, zu einer Zeit, als es noch keine Buergerrechte für Minderheiten in den USA gab und im Appenzell Frauen nicht stimmen durften.
An einer Anhoerung, welche ich organisiert hatte, wurde von einem Teilnehmer gefragt: "Was kann endlich gemacht werden, dass dieser Alkoholismus und das ganze Unrecht aufhoert!? Mein Lakota Freund hat geantwortet: "Aufhoeren zu trinken". Von den 300 Zuhoerern sind ca. 40 Leute rausgelaufen, weil sie mit dieser Antwort nicht umgehen konnten.
Um das weiter verstaendlich zu machen, als Beispiel:
Ich arbeitete 6 Jahre als Techniker bei „Greenpeace International“ auf hoher See (vielleicht sollte ich ein Buch darüber schreiben, grins), auf verschiedenen Schiffen. Ich habe in diesem Umfeld so viele Menschen kennengelernt, dass Schlimmste was vielen von diesen Leuten haette passieren koennen waere: wenn es keine Umweltverschmutzung mehr gaebe. Ihr Lebenssinn waere dahin, und so sind wir wieder bei den, "Armen Indianern“ und den „Boesen Weissen".

Mir geht es nicht darum, diese benachteiligten und kranken Menschen zu ignorieren. Aber es kann nicht sein, dass bei dem Medienrummel die wahren Lakota untergehen. In den Lakota-Reservaten leben auch viele weisse Leute, unter anderem aus Deutschland, Belgien, Frankreich und jeder hat sein "Wanna Waki". Ich selbst bin 1987 das erste Mal hierher gekommen und lebe seit 1994 permanent in den Black Hills, und habe mein Unternehmen "Chante etan" (von Herzen) gegruendet.
Arbeit und Wuerde ist "Pejuta" sagen die Lakota („gute Medizin“). Ich bin dankbar, privilegiert, als Schweizer-Amerikaner und Lakota. Als Geschaeftsmann gratuliere ich Isabel Stadnick zu ihrem Erfolg und zu ihrer Arbeit.
Persoenlich habe ich den groessten Respekt gegenueber all den stillen Helden da draussen, im Pine Ridge Reservat und ueberall auf dieser Welt, die aus den 4 Farben, welche uns die Schoepfung geschenkt hat, das Beste aus sich machen in der Lakotatradition: Tapferkeit, Grosszuegigkeit, Fleiss und Bescheidenheit.

Ich danke euch fuer eure Zeit, herzlichst

Charly Juchler, mitaquye oyasin!