Band 5 - Die Wolkenschilde
Rezension des "Magazin für Amerikanistik" erschienen in Heft 02 / 2011
 

Der 5. Band der Buchserie "Das Herz der Sioux" führt den Leser tief in die Umstände von Red Clouds Krieg und spricht vor allem die Folgen an. Red Cloud profiliert sich mehr und mehr als indianischer Politiker, dem aber bewusst wird, daß er trotz seines großen Erfolgs kaum imstande sein wird, die Interessen seines Volkes nachhaltig zu vertreten.
Die jüngeren Krieger wenden sich mehr und mehr Crazy Horse und Sitting Bull zu. Die Spaltung der Lakota ist nicht aufzuhalten.
Der zweite Fort-Laramie-Vertrag wird nur von den roten Völkern als bindend betrachtet. Wenige Tage später schon bricht die US-Regierung den Vertrag von Medicine Lodge mit den südlichen Cheyenne. Eine der Folgen ist der Angriff der 7. Kavallerie auf das Cheyenne-Lager Black Kettles am Washita. Die Überlebenden flüchten ins Powder River Gebiet, um frei zu bleiben. Aber Red Cloud und Spotted Tail fordern den Anschluß an die Reservationsagenturen.
Die "Wolkenschilde" wenden sich von Spotted Tail ab und ziehen mit Crazy Horse und Sitting Bull.
Am Little Big Horn eskaliert der Konflikt. Die Sioux, Cheyenne und Arapaho siegen - aber dieser Sieg erweist sich als trügerisch. Letztlich werden die beteiligten Völker unterworfen, einige gehen freiwillig in die Reservationen, getrieben vom Hunger; denn die großen Bisonherden, die einst ihre Unabhängigkeit sicherten, sind verschwunden.
Auch Crazy Horse begibt sich schließlich nach Fort Robinson in die Indianeragentur. Hier muß er erfahren, daß andere Häuptlinge inzwischen seine Rivalen geworden sind, die bereit sind, ihn zu verraten. Sein Ende ist tragisch.
Die "Wolkenschilde" flüchten heimatlos aus der Agentur und suchen in Kanada nach Sitting Bull.
Am Wounded Knee Creek erreichen die Auseinandersetzungen ihren traurigen Höhepunkt.

Marsh schlägt einen großen historischen Bogen, ein Spektrum, das mit einem einzigen Buch kaum abzudecken ist. Die Handlung ist dicht, voller Dramatik, atemloser Spannung und zahlreicher Höhepunkte. Es ist die Geschichte eines tragischen Untergangs, eines verzweifelten Kampfes. Leid und Hoffnung liegen oft dicht beieinander, und gnadenlos zieht die große Zeitenwende über die Völker der Plains hinweg.

Ein packender Roman, der emotional berührt und betroffen macht.

Dietmar Kuegler

 
 
Rezension: Amerindian Research Band 6 / 3 2011 / Nr. 21 / Mario Koch
 
 
 
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