Band 4 - An den Feuern der Santee
Rezension des "Magazin für Amerikanistik" erschienen in Heft 01/2009
 

Nun liegt der 4. Band der von Peter Marsh konzipierten und geschriebenen Reihe „Das Herz der Sioux" vor.
Im Zentrum der Handlungen stehen diesmal die furchtbaren Ereignisse in Minnesota im Jahr 1862, als die Santee sich nach endlosen Betrügereien der Regierungsbehörden und Reservationslieferanten erhoben und den größten Indianerkrieg in dieser Region begannen, der Hunderte von Opfern forderte. Letztlich unterlagen die Santee, und es sollten über 100 Jahre vergehen, bis der Staat offiziell anerkannte, daß dieser Aufstand durch Fehlverhalten der Behörden provoziert worden war.

Fast gleichzeitig findet weiter im Westen der nächste große Schritt der Kolonisierung des Landes statt - das Feuerroß bahnt sich seinen Weg durch das Land der Sioux.

Peter Marsh thematisiert diese verschiedenen Elemente der Sioux-Geschichte in den 1860er Jahren und bündelt sie zu einer verzweigten, gleichwohl eng miteinander verknüpften Geschichte, in deren Velauf eine atemlose Spannung entsteht.

Den Höhepunkt bilden die Ereignisse von Red Clouds Krieg, als Fort Phil Kearny in den Focus der Völker auf den nördlichen Plains rückt und Ereignisse wie die Wagenkastenschlacht und das Fetterman-Massaker die amerikanische Nation bewegen.

Neben all den historischen Ereignissen, die zu einer dramatischen Veränderung der Lebenswelt der Sioux führten, gibt dieser Roman auch wieder Einblick in das alltägliche Leben der indianischen Kulturen. Die handelnden Personen erscheinen vor dem Blick des Lesers nicht als papierne Gestalten, sondern als lebende Menschen mit Emotionen und Fehlern, Stärken und Schwächen. So wird Geschichte lebendig.

Wie immer fließt ein Teil der Verkaufserlöse in den Lakota-Hilfsfond „Chanku Luta - Der Rote Weg" zur Unterstützung von Lakota-Familien auf Pine Ridge und Rosebud.

Dietmar Kuegler

 
 
Rezension: Amerindian Research Band 4 / 3 2009 / Nr. 13 / Mario Koch
 
Die spannende Geschichte um die Angehörigen der Dakota geht mit diesem vierten Band der Serie Das Herz der Sioux" in die nächste Runde. Wieder bietet der Autor Peter Marsh eine sehr spannende Geschichte, die während der historischen Ereignisse der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts spielt.
Während die amerikanische Republik in einem Krieg zwischen Nord und Süd vor der Zerreißprobe steht, sehen einige der unterdrückten Präriestämme ihre Chance gekommen, sich für die Ungerechtigkeit der vergangenen Jahre zu rächen. Der geschwächte Gegner bietet plötzlich viel Angriffsfläche. Und die Wut der Dakota ist groß, hatten sie doch in der vergangenen Zeit viel Ungerechtigkeit erlitten: zugesagte Lebensmittellieferungen blieben aus, Übergriffe auf einzelne Mitglieder der indianischen Bevölkerung wurden nie geahndet.
Der Roman zeigt nun, wie sich die Ereignisse auf die einzelnen Personen auswirkten. Auch wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt: die Handlung ist nicht aus dem Leeren gegriffen, der Autor bezieht sich auf tatsächliche Ereignisse und versteht es, seine Fiktion in die historisch belegten Geschehnisse einzubetten. Plötzlich stehen Dakota, die den weißen Siedlern helfen, ihren eigenen Verwandten im Kampf gegenüber. Daraus erwachsen Konflikte, die sich schnell potenzieren.
Eine große Rolle spielt auch der Eisenbahnbau, hier zeigt der Autor anhand der Romanhandlung, welche Konflikte im Zusammenhang mit dem sogenannten technischen Fortschritt auftraten.
Die Handlung des Romans ist spannend aufgebaut und auch Karl May wird karikiert, wenn sich deutsche Siedler in ihrer Muttersprache unterhalten.
Die Geschichte von Peter Marsh erinnert an einen bedeutenden Präriestamm, einen Stamm, der ein trauriges Schicksal erlitten hat. Der Verfasser zeigt, dass der Weg der Dakota ein schwieriger war und dass es sich lohnt, diese Geschichte aufzuschreiben - wenn auch zum Teil in fiktiver Handlung.
Verfasser und Verlag belassen es aber nicht nur bei großen Worten. Sie unterstützen den Lakota-Hilfsfonds Chanku Luta - Der rote Weg" und zeigen damit eine Möglichkeit, wie man heute den Verlierern dieser Geschichte Unterstützung geben kann.
 
 
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